Motiv
Ein Blogbeitrag von Matthias Lanig
Berater

Alles wird jetzt "AGIL"

Heute wird alles agil - kaum eine Beschreibung, die etwas mit Zukunftsorientierung zu tun hat, kommt ohne diesen Begriff aus. Meine Beobachtung ist, dass es immer mehr zum Modewort und im Gegenzug viel zu selten reflektiert wird, was das eigentlich bedeutet. Zahlreiche Volksbanken Raiffeisenbanken arbeiten mittlerweile mit diesem Begriff, als würde seine häufige Verwendung allein schon dafür sorgen, dass man es auch wird.

Was allzu oft übersehen wird: Man wird als Unternehmen eben nicht allein dadurch agil, das man möglichst viele technische Innovationen einführt, dazu gehört viel mehr. Leider sieht die Situation aber häufig so aus, dass noch sehr viele Banken – herzliche Grüße an unser Umfeld aus Niedrigzins, Regulatorik, Migrationen, etc. – viel zu sehr in operativen Themen und Handlungserfordernissen gefangen sind, um sich einem nachhaltigen (auch kulturellen) Wandel stellen zu können.

Das gleicht einem Hamsterrad: Wer ein „Schnellboot“ (ein Wort übrigens, das „Agilität“ schon fast den Rang abläuft) sein/ werden will, braucht Agilität im Vorgehen, um nicht im Strudel aus Projekten, Planung, Konzepten/ deren Revidierung, Abstimmung und flächendeckenden Roll-outs unterzugehen. Ganz zu schweigen, dass dadurch „Time-to-market-Zeiten“ erreicht werden, die intern und extern für Erheiterung sorgen. Die Geschwindigkeit und Dynamik nehmen zu, das traditionelle Handling passt einfach nicht mehr.

Was nun? Erkennen Sie an, dass beide Ebenen ist: Zum einen die Ebene von Technik und Organisation, die aus praktischen Innovationen, Zukunftsprojekten und der Versorgung mit Devices auf aktuellstem Level besteht.  Zum anderen aber auch die Ebene der Denk- und Verhaltensmuster Beachtung finden. Sie entwickelt sich nicht „im Windschatten“ von Technik und Organisation weiter. An dieser Stelle gilt es z.B. die Entscheidungs- und Anpassungsprozesse der Bank sowie das Führungsverständnis weiter zu entwickeln. Hier ist beispielsweise die Frage gemeint, wie lange Sie sich mit Entwicklungen in Vorreiter-Unternehmen zynisch und belustigend auseinandersetzen und wie schnell Sie es selbst schaffen, um die Relevanz auch für sich zu prüfen und zu handeln.

Es ist auch die Frage, wie lange Sie in Informations- und Abstimmungskaskaden festhängen, ehe eine Entwicklung, die die Mitarbeiter längst durch den „Flurfunk“ erfahren haben, auch offiziell dort ankommt. Falls Sie jetzt denken, dass das auf Ihr Unternehmen nicht zutrifft: Seien Sie sich nicht zu sicher! Unsere Mitarbeiterbefragungen zeigen immer wieder, dass dies unternehmensseitig mitunter total falsch eingeschätzt wird....

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